So

21

Aug

2011

Von Husavik nach Uppsalir

Heute morgen, als wir erwachten, war strahlender Sonnenschein. Am Horizont zeigten sich jedoch riesige Wolkenbänke, so dass wir wussten, dass das gute Wetter wohl nur in diesem Zipfel der Insel herrschte. Wir hatten am Abend vorher noch beratschlagt, was wir weiter unternehmen werden. Sven wollte trotz Wetter jetzt endlich mal wandern gehen, und zwar richtig, mit Zelt und so. Wir schlugen ihm vor, den Laugavegur zu laufen und er war einverstanden. Nun musste er nur noch irgendwie nach Landmannalaugar im Hochland kommen, dem Ausgangspunkt der mehrtägigen Wanderung. Wir fanden im Internet einen Bus ab Myvatn, das nur ca. 60 km von Husavik entfernt ist. Also packten wir unsere 7 Sachen zusammen und fuhren nach Myvatn. Auf dem Weg dorthin erwartete uns ein schönes Wolkenspiel.

Piste nach Myvatn
Wolkenspiel über Myvatn

In Myvatn haben wir uns von Sven verabschiedet, wir werden Ende der Woche in Reykjavik wieder mit ihm zusammentreffen. Zur Sicherheit gaben wir ihm Christians GPS und den Tracker mit, damit wir die Route verfolgen können.

Ach ja, und ich habe hier in Myvatn beim Campingplatz meinen Rucksack wieder erhalten, den ich an meinem ersten Tag in Island, als ich wegen der Simkarte nach Akureyri fuhr, vergessen hatte. Welch eine Freude! Heidy, Christian und ich begaben uns dann mal ins Naturbad in Myvatn, den kleinen Bruder der blauen Lagune in Reykjavik.

Danach führte der Weg uns am Lake Myvatn, einem der wichtigsten Vogelbrutplätze, entlang.

Nach Akureyri folgten wir dem Fjordtal und gelangten nach einer ca. 15 minütigen Fahrt nach Uppsalir, zum Guesthouse von Freyr Ragnarsson

(http://www.uppsalir.net).

Hier durften wir wieder erleben, was mich an der isländischen Gastfreundschaft so fasziniert: offen, freundlich, herzlich, interessiert.

Wir wurden von Freyr empfangen und er begutachtete interessiert unsern Filou. Danach begann es zu regnen und wir setzten uns in die Küche an den grossen Tisch und plauderten in Isländisch/Deutsch/Englisch und mit Händen und Füssen. So erfuhren wir, dass die Freundin von Freyr noch in Deutschland ist mit ihrem Sohn und erst im November auf die Insel zurückkommt, da sie ihre Ausbildung fertig macht. Irgend einmal kam die Frage nach dem Essen auf. Wir wünschten uns ein typisch isländisches Gericht. Kurz darauf verliess uns Freyr und ging rasch noch einkaufen. Nach seiner Rückkehr gabs noch weiteren Besuch: ein Freund von Freyr mit seinen 2 Kindern, der 1998 Aserbaidschan verlassen hatte und seither in Island lebte mit seiner Familie. Nach Kaffee und Kuchen tauten auch die 2 Kinder (2 und 3 Jahre, besuchen ab morgen die Schule (bzw. Kindergarten in Island!) auf und nahmen Heidy und mich in Beschlag. Als nächstes ging es zu den Tieren, obwohl es in Strömen regnet, aber das scheint die Isländer überhaupt nicht zu stören, dagegen kann man sich ja anziehen.

Das ist Emilianna, die Hauskatze
Tango, der Hofhund
Freyrs ganzer Stolz: seine Pferde
Trotz Regen kann Heidy lachen.

Danach begaben wir uns wieder in die Küche um den grossen Tisch und Freyr begann zu kochen. Er bereitete uns eine isländische Spezialität zu: Lammkeule mit süssem Kartoffelpürée und Champignonrahmsauce.

Eine solche Mahlzeit hätten wir in einem Restaurant nie bekommen! Das Fleisch war zart, der süsse Kartoffelstock zwar ungewohnt, aber lecker und dazu die kräftige Sauce. Freyr entpuppte sich als grossartiger Koch.

before ...
... and after

Um 22 Uhr begannen wir mit dem Nachtessen und Freyr erhielt kurz nach elf noch einen Telefonanruf und musste noch einen Gast in Akureyri abholen. Es war Suzanne, eine junge Lehrerin aus Amsterdam, die noch eine Unterkunft suchte. So ging der Gesprächstoff nie aus und wir erfuhren, dass sie in drei Wochen per Anhalter um die ganze Insel gereist war.

Beim Abräumen kamen wir auf das Gewicht der Lammkeule zu sprechen. Als Freyr sagte, das wären 2,9 kg gewesen, traf uns fast der Schlag. Sofort wogen wir den Knochen, in der Hoffnung, dass dieser ca. 1,5 kg schwer gewesen sei.

Mehr als 400 g waren es aber nicht ...

Fazit:

Nach 2,5 kg Lammfleisch, 2 kg Kartoffeln und 2 Liter Sauce für 4 Personen, geht es jetzt langsam ins Bett

 

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